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Lexikon zum Trittschallschutz

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Normen und Regelwerke

SIA 181:2006 „Schallschutz im Hochbau“

Die SIA 181:2006 „Schallschutz im Hochbau legt die Anforderungen an den baulichen Schallschutz fest, definiert die Nachweisführung und spricht Empfehlungen, die über die Mindestanforderungen hinaus gehen, aus.

Entwurf DIN EN 12354-2 "Bauakustik - Berechnung der akustischen Eigenschaften von Gebäuden aus den Bauteileigenschaften - Teil 2: Trittschalldämmung zwischen Räumen", Ausgabe 2016-03

Die DIN EN 12354-2 bietet ein Berechnungsmodell, das die konstruktiven Einflüsse bei der Trittschallübertragung deutlich detaillierter berücksichtigt als das Beiblatt zur DIN 4109. Beispielsweise wird die Schallübertragung über die Flanken genauer betrachtet und beurteilt.

Eine Änderung des Norm-Entwurf vom März 2016 gegenüber der bisherigen Fassung ist die Aufnahme eines Nachweisverfahrens speziell für Treppen.

DIN 7396 "Bauakustische Prüfungen - Prüfverfahren zur akustischen Kennzeichnung von Entkopplungselementen für Massivtreppen", 2016-06

Die DIN 7396 beschreibt ein Prüfverfahren, das speziell für die Prüfung der Trittschalldämmung von Treppen-Trittschallelementen bei Massivtreppen entwickelt wurde und ist damit die erste Prüfnorm, die ein einheitliches Prüfverfahren für Trittschalldämmelemente für Treppen festlegt. Der Prüfaufbau ist realitätsnah gewählt. Die Prüfungen erfolgen mit verschiedenen Laststufen.

Mit diesem Prüfverfahren werden die neuen Kenngrössen bestimmt, die für die Nachweisführung nach DIN EN ISO 12354-2 notwendig sind.

ISO 717-2 "Akustik - Bewertung der Schalldämmung in Gebäuden und von Bauteilen - Teil 2: Trittschalldämmung", 2013-06

Die DIN EN ISO 717-2 beschreibt ein Verfahren, mit welchen die in Abhängigkeit von der Frequenz vorliegenden Werte der Trittschalldämmung in eine Einzahlangabe umgewandelt werden können.

Bei einer Messung werden üblicherweise die Schalldämm-Masse in Terzschritten aufgezeichnet. Dabei wird ein Bereich von 50 Hz bis 5.000 Hz gemessen. Die Bewertung nach ISO 717-2 erfolgt über den Frequenzbereich von 100 Hz bis 3.150 Hz. Mittels einer Bezugskurve, die im nachfolgendem Diagramm dargestellt ist, findet die Bewertung statt.

Die Bezugskurve ist in Schritten von 1 dB in Richtung der gemessenen Kurve zu verschieben, bis die Summe der ungünstigen Abweichungen so gross wie möglich ist, jedoch nicht grösser als 32,0 dB.

Der Wert, in Dezibel, der Bezugskurve bei 500 Hz nach deren Verschiebung entsprechend diesem Verfahren ist Ln,w, L'n,w oder L'nT,w. Dieser Wert wird auch als Einzahlwert bezeichnet, da mit einer Zahl anstatt einem Frequenzverlauf die akustische Eigenschaft beschrieben wird.

Bewerteter Norm-Trittschallpegel Ln,w

Einzahlwert, der mit Hilfe einer Bezugskurve nach ISO 717-2 ermittelt wird. Die Bewertung bezieht sich auf einen Frequenzbereich von 100 Hz bis 3150 Hz. Der bewertete Norm-Trittschallpegel Ln,w kennzeichnet die Trittschalldämmung in Gebäuden ohne Berücksichtigung der Flankenübertragung.

Bewerteter Norm-Trittschallpegel mit Flankenübertragung L’n,w

Einzahlwert, der mit Hilfe einer Bezugskurve nach ISO 717-2 ermittelt wird. Die Bewertung bezieht sich auf einen Frequenzbereich von 100 Hz bis 3150 Hz. Der bewertete Norm-Trittschallpegel L‘n,w kennzeichnet die Trittschalldämmung in Gebäuden unter Berücksichtigung der Flankenübertragung.

Bewerteter Standart-Trittschallpegel L‘n,Tw

Bewerteter Nachhallzeitbezogener Trittschallpegel gemäss ISO 140-7 und ISO 717-2.

 

Dabei ist

A0           äquivalente Bezugs-Absorptionsfläche (A0 = 10 m²)

Ln,w         bewerteter normierter Schalldruckpegel in dB

T0            Bezugs-Nachhallzeit (T0 = 0,5 s)  

V             Volumen des Raums in m³

 

Der bewertete Norm-Trittschallpegel beschreibt den Trittschallpegel, der sich bei einer Normmessung im schutzbedürftigen Raum einstellt. Bei der Normmessung wird das Norm-Trittschallhammerwerk auf die Decke oder die Treppe gestellt und der Schallpegel wird im schutzbedürftigen Raum gemessen.

Gesamtwert für den Trittschall L‘tot

Der Gesamtwert für den Trittschall L’tot ist die Summe der Kennwerte, die in der jeweiligen Situation für Trittschall zu berücksichtigen sind.

Anforderungswert L’

L’ beschreibt die Anforderungen an den Trittschall.

Projektierungswert L‘d

Projektierungswert für den Trittschall: L’d = L’tot + KP

Bewerteter Norm-Trittschallpegel auf Bezugsdecke mit Deckenauflage L’n,r,w

Der bewerteter Norm-Trittschallpegel L’n,r,w  beschreibt den Norm-Trittschallpegel einer Bezugsdecke mit Deckenauflage

Bewerteter Norm-Trittschallpegel einer Bezugsdecke ohne Deckenauflage L’n,r,0,w

Der bewertete Norm-Trittschallpegel einer Bezugsdecke ohne Deckenauflage beträgt nach Definition: L’n,r,0,w = 78 dB.

Flächenbezogene Masse m‘

Die flächenbezogene Masse m‘ ist der Faktor aus Rohdichte eines Bauteils und Dicke des Bauteils. Beispielsweise hat eine 200 mm dicke Stahlbetondecke eine flächenbezogenen Masse

m‘ = 2300 kg/m³ x 0,2 m = 460 kg/m²

Rechenwert des äquivalenten bewerteten Trittschallpegels Ln,eq,w

Der äquivalente bewertete Trittschallpegel der Massivdecke errechnet sich nach EN 12354-2 nach folgender Formel:

Ln,eq,w = 164- 35 lg(m‘)       in dB

Nachhallzeit T

Zeit, die erforderlich wäre, damit der Schalldruckpegel in einem Raum um 60 dB abnimmt, nachdem die Schallquelle abgeschaltet wurde

Bezugsnachhallzeit T0

Die Bezugsnachhallzeit dient der der Standardisierung von Schalldruckpegeln in einem Raum. Die Bezugsnachhallzeit beträgt 0,5 Sekunden, unabhängig vom Volumen.

Volumen des Empfangsraums V

V beschreibt das Netto-Volumen des Empfangsraums (ohne geschlossene Festeinbauten wie beispielsweise Einbaumöbel)

Projektierungszuschlag KP

Der Projektierungszuschlag KP ist der Korrekturwert zu akustischen Bauteilkennwerten aus Labormessungen, der Abweichungen in der Flankenübertragung zwischen Labor- und Baubedingungen berücksichtigen soll. Der Projektierungszuschlag ist ein Erfahrungswert.

Spektrums-Anpassungswert CI

Der Spektrum-Anpassungswert CI dient der Bewertung vorrangig tieffrequenter Trittschallanteile [dB]. Für Cl < 0 ist Cl =0 zu setzen

Spektrums-Anpassungswert CI,r,0

Der Spektrum-Anpassungswert CI,r,0 ist der Spektrum-Anpassungswert für die Rohdecke ohne Deckenauflage bzw Entkopplung. ISO 10140-5 gibt als Referenz für eine 120 mm dicken Betonrohdecke CI,r,0  = -11 an.

Spektrums-Anpassungswert CI,Δ

Der Spektrum-Anpassungswert CI,Δ ist der Spektrum-Anpassungswert für die Trittschallminderung durch Deckenauflagen bzw. Entkopplung

Spektrums-Anpassungswert CI,r

Der Spektrum-Anpassungswert CI,r ist der Spektrum-Anpassungswert für die Rohdecke mit Deckenauflage bzw. Entkopplung. Es gilt: CI,r = CI,r,0 – CI,D.. Für CI,r  < 0 sind CI,r,0 = 0 und  CI,D = 0 zu setzen.

Volumenkorrektur CV

Die Volumenkorrektur CV dient der Berücksichtigung grösserer Volumen des Empfangsraums bezüglich der Nachhallzeit

Bewertete Trittschallminderung ΔLw

Einzahlangabe zur Kennzeichnung der Trittschallverbesserung einer Massivdecke durch eine Deckenauflage (schwimmender Unterlagsboden, weicher Gehbelag, …) gemäss ISO 140-8 und ISO 717-2. Es gilt: ΔLw = Ln,r,0,w – Ln,r,w

Bewertete Podest- und Lauf-Trittschallpegeldifferenz ΔL*w,Podest und ΔL*w,Lauf

Beschreibt die trittschalldämmende Wirkung des Trittschalldämmelements. ΔL*w,Podest und ΔL*w,Lauf werden bestimmt nach DIN 7396.

Bewertete Podest- und Lauf-Trittschallpegelminderung ΔLw,Podest und ΔLw,Lauf

Beschreibt die trittschalldämmende Wirkung des Treppenlauf bzw. -podest mit Trittschalldämmelement. Bei dieser Grösse wird die Besonderheit der Stossstelle des Podests zur Wand berücksichtigt.

ΔLw,Podest und ΔLw,Lauf wird bestimmt nach DIN 7396.

Trittschall-Pegelkorrektur ΔLTS

Die Trittschall-Pegelkorrektur DLTS dient der Umrechnung des Norm-Trittschallpegels Ln,w in einen Standard-Trittschallpegel LnT,w in Abhängigkeit des Empfangraumvolumens.

Es gilt:

ΔLTS = 14.9 – 10lg (V)

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Dipl.-Ing. Atitlan Diego Hartmann

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