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Mindestoberflächentemperatur θsi,min und Oberflächentemperaturfaktor fRsi

Die minimale Oberflächentemperatur θsi,min ist die im Bereich einer Wärmebrücke auftretende niedrigste raumseitige Oberflächentemperatur θsi. Der Wert der minimalen Oberflächentemperatur ist entscheidend dafür, ob an einer Wärmebrücke Tauwasser ausfällt oder sich Schimmel bildet. Die minimale Oberflächentemperatur ist unter Berücksichtigung der relativen Raumfeuchtigkeit ein Kennwert für die feuchtetechnischen Auswirkungen einer Wärmebrücke.

Die Kennwerte θsi,min und Ψ-Wert hängen von dem konstruktiven Aufbau der Wärmebrücke (Geometrien und Wärmeleitfähigkeiten der die Wärmebrücke bildenden Materialien) und von den Umgebungsbedingungen (Temperatur innen/aussen) ab. Die minimale Oberflächentemperatur innen, ist also zusätzlich noch abhängig von der angesetzten Aussenlufttemperatur: je niedriger die Aussenlufttemperatur, desto niedriger ist die minimale Oberflächentemperatur (siehe Abbildung 12).

Alternativ zur minimalen Oberflächentemperatur wird als feuchtetechnischer Kennwert auch der Oberflächentemperaturfaktor fRsi verwendet. Der Oberflächentemperaturfaktor fRsi ist die auf die Temperaturdifferenz zwischen innen und aussen (θi – θe) bezogene Temperaturdifferenz zwischen minimaler Oberflächentemperatur und Aussenlufttemperatur (θsi – θe):

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Zur Reduzierung des Risikos von Tauwasserausfall und Schimmelpilzbildung bei Wärmebrücken ist für den fRsi-Wert ein Grenzwert einzuhalten.

Die Beurteilung an Hand der kritischen Oberflächentemperatur ist standortbezogen, d.h. die kritische Oberflächentemperatur ist je nach Standort variabel und kann dem Anhang F, SIA 80 C1:2015 entnommen werden. Berücksichtigt wird dabei sowohl die tiefste Aussenlufttemperatur, als auch der monatliche Mittelwert der Aussenlufttemperatur.

Bei der Ermittlung des fRsi-Wertes handelt sich dabei um ein vereinfachtes Nachweisverfahren, es wird dabei zwischen Kondensationsfreiheit und Schimmelpilzfreiheit unterschieden:

  • Kriterium 1: Oberflächenkondensationsfreiheit => Ermittlung an Hand der kritischen Temperatur; Beurteilung über die tiefste Aussenlufttemperatur:
  • Kriterium 2: Schimmelpilzfreiheit => Ermittlung an Hand des kritischen Monats; Beurteilung über den monatlichen Mittelwert der Aussenlufttemperatur:

 

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Der fRsi-Wert ist ein relativer Wert und hat somit den Vorteil, dass dieser ab einer ausreichenden Temperaturdifferenz zwischen innen/aussen oder unter Bezug auf das Referenzklima nur noch von der Konstruktion der Wärmebrücke, und nicht wie θsi, min von den angesetzten Aussenluft- und Innenlufttemperaturen abhängt. Zusätzlich wird bei Beurteilung des Oberflächenfaktors berücksichtigt, ob es sich bei der Raumluftsituation um unkontrollierte Raumfeuchte oder um eine konstante Raumluftfeuchtesituation handelt, wie z.B. bei einer kontrollierten Wohnraumlüftung.

 

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Bauphysik
Bauphysik-Handbuch - Grundlagen des Wärme- und Feuchteschutzes
pdf, 837,36 KB (25.09.2018)
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