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Aarau

Der Aussenraum ist im Innenhof

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Abgeschottet vom Lärm der Strassen wird bei Blockrandbauten der Innenhof zum Aussenraum. Im Wright Place wurden dafür unter anderem 60 Balkone versetzt und gleichzeitig als Gestaltungselemente genutzt. Foto: Roger Frei, Zürich

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Die vier bis sechs Isokorb Elemente pro Balkon – je nach Balkongrösse, insgesamt 300 Stück – wurden bereits im Rohbau versetzt und teilweise mit der Bewehrung verschweisst, um ein Verkippen während des Betonierens zu vermeiden. Foto: Roger Frei, Zürich

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Auf dem 175‘000 m2 grossen Areal von Glattpark (Opfikon) schiessen Neubauten in die Höhe bzw. wurden bereits ihrer Bestimmung übergeben. Quelle: Gebietsmarketing Glattpark

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Die Balkone wurden nach Vorgaben der Architekten beim Metallbauer aus Aluminiumblech, Mineralit, Edelstahl und Verbundsicherheitsglas komplett vorgefertigt und mit einer speziellen Hebekonstruktion per Kran positioniert. Foto: Halter AG, Zürich

Bei städtischen Blockrandbauten richtet sich das Draussensein nach innen. Abgeschottet vom Lärm der Strassen, die das Gebäude umfassen, wird der Innenhof zum Aussenraum. Im Wright Place wurden dafür unter anderem 60 Balkone versetzt und gleichzeitig als G


Im Glattal, auf der Linie Oerlikon-Opfikon-Kloten, wird gebaut, was das Zeug hält. Geschäftshäuser, Wohnparks, Einkaufszentren und Hotelanlagen schiessen aus dem Boden, um die enorme Nachfrage im Grossraum Zürich zu befriedigen. Glattpark (Opfikon), seit 2005 offiziell als Ortschaft anerkannt, gilt derzeit als grösstes Entwicklungsareal, sprich als grösste Baustelle der Schweiz. Das Gelände mitten in Opfikon lag über 40 Jahre brach, bis man Ende der 80er-Jahre mit der politischen Weichenstellung und der Zonenplanung begann. Den sichtbaren Anfang machte 2006 der künstliche Glattalsee sowie die ersten Wohngebäude. Unterdessen wachsen auf dem 175'000 m2 grossen Areal Neubauten in die Höhe oder sind bereits ihrer Bestimmung übergeben worden.

Der Blockrand wird zu etwas ganz Besonderem
„Entlang Thurgauerstrasse und Boulevard Lilienthal soll nicht vom Prinzip Blockrand abgewichen werden [...]", heisst es in den Anforderungen an die Gestaltung des Bauamtes Opfikon. Umso schwieriger, eine eigene Architektursprache zu finden und somit eine Eigenständigkeit zu erreichen, die es den Nutzern erlaubt, sich mit „ihrem" Gebäude zu identifizieren. matti ragaz hitz architekten ist dies mit dem Projekt Wright Place gelungen. Sie haben das Wohn- und Geschäftshaus mit Büro-, Retail- und Lagerflächen zwar als klassischen Blockrandbau angelegt, diesen aber in einer Art Subtraktions- und Additionsverfahren immer weiter modifiziert. Dazu arbeiten sie mit unterschiedlichen Gebäudehöhen und –tiefen und durchbrechen den Block mit grösseren, bis zu zwei Stockwerke hohen „Landschaftsfenstern". Mit der Bespielung des Hofes mit Balkonen, Terrassen- und Dachflächen schaffen sie auch den entsprechenden Aussenraum. Mit diesen Eingriffen wird der sonst eher monotone Blockrand-Typus zu einem filigranen, in sich verschachtelten Gebilde und lebt so vom Wechselspiel zwischen Innen und Aussen, Vor- und Rücksprüngen. Diese Dynamik spiegelt sich denn auch in der unregelmässigen Anordnung der Balkone wider.

Drei Charaktertypen
Auch der Einsatz verschiedener Fassadentypen unterstreicht diese Vielfalt. Die helle Strassenseite des Komplexes besteht aus vorgehängten hinterlüfteten Cemfor-Elementen, punktuell unterbrochen von dunkleren, leicht zurückversetzten Verglasungen. Der dritte Typ ist eine neuartige Kompaktfassade und definiert den Innenhof. Ursprünglich in Backstein geplant, entschieden sich Bauherrschaft und Architekten aus Zeit- und Kostengründen für eine neuartige Leichtbaukonstruktion als verputzte Kompaktfassade.

Vorgefertige Balkone als Gestaltungselemente
Insgesamt 300 Isokorb Elemente – je nach Balkongrösse vier bis sechs Stück – wurden bereits im Rohbau versetzt und teilweise mit der Bewehrung verschweisst, um ein Verkippen während des Betonierens zu vermeiden. Beim Isokorb handelt es sich um den Typ KS aus dem Standardsortiment von Schöck, der als tragendes Wärmedämmelement Wärmebrücken zwischen Stahlbeton und Stahlkonstruktion verhindert und somit Schimmelbildung an den kritischen Stellen unterbindet. Der Isokorb erlaubt einen hohen Vorfertigungsgrad beim Stahl- oder Metallbauer und reduziert die Montagezeit auf ein Minimum. Seine hohe Tragfestigkeit lässt bei der Balkongestaltung viel Freiraum zu und bietet eine statisch hervorragende Lösung.

Keine Standardlösung hingegen sind die 60 Balkone, die nach Vorgaben der Architekten beim Metallbauer aus Aluminiumblech, Mineralit, Edelstahl und Verbundsicherheitsglas komplett vorgefertigt wurden. Zur Montage an die fertige Fassade wurden sie mit einem Kran und einer speziell für diesen Einsatz konzipierten Hebevorrichtung in den Innenhof gehievt und positioniert. Die vorgespannten Schraubverbindungen wurden daraufhin mit einem Drehmomentschlüssel exakt nach Herstellervorgabe ausgeführt und anschliessend durch ein vom Generalunternehmer beauftragtes Ingenieurbüro geprüft.

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