suchen

Gehobener Wohnbaustandard

Wärmebrückenoptimierte Massivbauten in Rüfenacht

Bei der „Überbauung Maurmösli“ in Rüfenacht musste sich das Architekturbüro Ramseier und Stucki aus Bern einer anspruchsvollen Aufgabe stellen: Die neue Terrassenhaus-Siedlung sollte sich harmonisch in die bestehende Bebauung einfügen und einen freien Durchblick ins Grüne bieten. Zugleich sollte ein Zugang zum Obergeschoss möglich sein und die Zugänge zu den Terrassen­häusern überdacht werden. Auf Basis frei auskragender Stahlträger konnte eine Lösung gefunden werden, die allen Anforderungen gerecht wird und zudem eine optimierte Wärmedämmung bietet. Der hier eingesetzte „Schöck Isokorb Typ KS“ reduziert wirksam die Wärmebrücken beim Anschluss der Stahlträger an die Betonfassade.

Die Überbauung Maurmösli in Rüfenacht erfüllt mit ihrer Lage und der baulichen Gestaltung den gehobenen Wohnanspruch. Mit freier Aussicht auf die Berner Alpen und dem Naherholungsgebiet vor der Haustür ist die Berner Innenstadt in wenigen Minuten erreichbar. Die Dächer der Häuser sind begrünt, so dass sich die Bebauung harmonisch in die Landschaft einfügt. Das Architekturbüro Ramseier und Stucki, zugleich Bauherr der Siedlung, legte beim Bau vor allem Wert auf durchdachte Grundrisse und hochwertige Materialien. Die erste Realisierungsphase der Überbauung, die im Sommer 2004 abgeschlossen wurde, bestand aus zehn Terrassenhäusern in einer leichten Hanglage. In der zweiten Bauphase im Jahr 2007 wurden sieben weitere Wohneinheiten fertiggestellt. Jedes Haus umfasst zwei 220 Quadratmeter grosse Eigentumswohnungen. Sie liegen jeweils in einer Ebene und sind nach Süden ausgerichtet. „Wir verfolgen die Philosophie des Wohnens auf einer Ebene. Unsere Objekte werden nicht über die Vertikale erschlossen. Wir planen so, dass sich die Wohnebene inklusive Küche, Bad und Schlafen auf einem Geschoss befindet. Die Nebenräume legen wir in das Untergeschoss“, erklärt Projektentwickler Toni Stucki. Die Aussenräume wie Terrasse, Attika- und Gartenbereiche schliessen sich mit grossen verglasten Elementen mit bis zu zehn Metern Länge an die Innenräume an. Mit diesen Schiebeelementen entsteht ein offenes Licht- und Raumkonzept, das die Wohnsituation vergrössert und gleichzeitig mehr Tageslicht hereinlässt. Zusätzlich verfügen die Häuser über teilweise überdachte Dachterrassen.

 

Gefahren des Wärmeabflusses

Die frei auskragenden Stahlträger der neuen Terrassenhaus-Siedlung bieten zwar ein Plus an Wohnkomfort, stellen aber auch ein wärme­technisches Problem dar, das es zu lösen galt. Ihr Anschluss erfordert somit nicht nur statische Sicherheit: Wenn die Stahlträger ohne thermische Trennung zum Gebäude hin eingebaut werden, entsteht an dem Übergang eine Wärmebrücke. Zudem geht bei grosser Temperaturdifferenz zwischen der auskragenden Platte an der Aussenluft und der inneren Decke viel Wärme verloren. Gerade im Winter bildet sich an dieser Stelle Kondensat, wenn die Temperatur den kritischen Taupunkt von 9,3 Grad Celsius erreicht. Schimmelpilze können sich aber schon bei einer relativen Luft­feuchtigkeit von 80 Prozent bilden. Selbst wenn kein Kondensat auftritt, besteht daher ein hohes Schimmel-Risiko. Die kritische Temperatur liegt hier bei 12,6 Grad Celsius. Um an der Anschlussstelle lang­fristige Bauschäden durch Schimmelpilz-Bildung zu vermeiden, müssen die einzelnen Bauteile wärmetechnisch voneinander entkoppelt werden. Zudem muss eine ausreichende Dämmung der Aussenwände vorhanden sein. Nur so kann auch die Energieeffizienz und nachhaltige Bauschadens­freiheit des Gebäudes gewährleistet werden, da der Wärmeabfluss reduziert wird.

 

Wärmebrückenminimierter Anschluss

Die Massivbauten in Rüfenacht sind mit einer Aussenwärmedämmung von 14 Zentimetern und einer Dachdämmung von 16 Zentimetern aus­gestattet. Das Anbringen der Laubengänge an der Nordfassade erfolgte wärme­brücken­minimiert mit dem Schöck Isokorb Typ KS. Er reduziert die Wärme­brücke zwischen den freiauskragenden Stahlträgern und der Beton­fassade auf ein Minimum. „Wärmebrücken sind bauphysikalisch nicht zu verantworten und wären gegen die Regeln der Baukunst. Man muss die Isolationsebene lückenlos nachvollziehen können“, begründet Architekt Stucki den Einsatz des Wärmedämmelementes. Es bildet eine kraft­schlüssige Anbindung der T-Profile, die die Kragplatten mit der Beton­konstruktion der Gebäudehülle verbinden und verhindert. Damit verhindert es Wärmeverluste und daraus resultierende Tauwasser- und Schimmelpilzbildung.

 

Stahlanschluss mit reduziertem Wärmestrom

Die Wahl des Baustoffes ist bei der Bauweise „Stahl an Stahlbeton“ entscheidend: Wird im Bereich des Anschlusses der übliche Baustahl durch geeigneten Edelstahl ersetzt, lässt sich der Wärmestrom um rund 75 Prozent reduzieren. Diese Verminderung resultiert aus der deutlich niedrigeren Wärmeleitfähigkeit von Edelstahl. Darüber hinaus lässt sich der Wärmestrom durch eine Reduzierung des Stahlquerschnittes, der die Dämm­ebene durchdringt, weiter verringern. Beim Schöck Isokorb Typ KS wurde dieses Wissen genutzt: Er reduziert den Wärmestrom auf ein unschädliches Mass durch Querschnittsoptimierung und durch die Verwendung von Edelstahl. Die der Witterung ausgesetzten Bestandteile bestehen aus nichtrostendem Stahl. Dadurch ist der Schöck Isokorb Typ KS dauerhaft korrosionsbeständig. Beim Anschluss des Isokorbs in Ver­bindung mit einer verzinkten oder einer mit Korrosionsanstrich versehenen Stirn­platte bestehen im Hinblick auf Kontakt-Korrosion keine Bedenken: Denn die Fläche des unedleren Metalls der Stirnplatte aus Stahl ist wesentlich grösser als die des Edelstahls.

 

Hoher Grad der Vorfertigung

Durch die fertige Produktlösung reduziert sich der planerische und konstruktive Aufwand für die Optimierung der Wärmedämmung erheblich. Die Montagezeiten auf der Baustelle reduzieren sich deutlich, da der Schöck Isokorb Typ KS als vorgefertigtes Einbauteil eine Komplettlösung darstellt – sowohl statisch als auch wärmetechnisch. Toleranzen können auf der Baustelle durch eine innovative Technik ausgeglichen werden: Die Montage­schrauben erlauben eine Feinjustierung und machen den Toleranz­ausgleich leicht. Distanzplättchen ermöglichen ferner eine exakte Montage in vertikaler Richtung. Der Schöck Isokorb Typ KS bietet einen hohen Grad der Vorfertigung beim Stahlbauer und gewährleistet damit einen sinnvollen Einsatz von Stahl im Wohnungsbau.

 

Bautafel:

Architekt: Ramseier + Stucki AG, Muri b. Bern

Bauherr: Ramseier + Stucki AG, Muri b. Bern

Tragwerksplanung: FLM, Flückinger Lehmann Moor, Worb

Bauunternehmer: Hermann Ernstl Metallbau, Worb

Bauzeit: 2004, 2007