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Hoher Wärme- und Trittschallschutz für Baseler Sevogelpark

Minergie-P: Neuer Isokorb® setzt Massstäbe beim Balkonanschluss

Minergie-P: Neuer Isokorb® setzt Massstäbe beim Balkonanschluss

Beim Anschluss von Balkonen und Laubengängen tragen dämmtechnisch optimierte Trennelemente wesentlich zu einem hohen Wärme- und Trittschallschutz bei. Der Baumeister der exklusiven Wohnanlage „Sevogelpark“ in Basel setzt dabei auf die guten wärme- und trittschalldämmenden Werte der neuen Generation des Schöck Isokorbes. Der verarbeitungsfreundliche „Schöck Isokorb® XT“ mit einer Dämmkörperdicke von 120 Millimetern ist vom deutschen Passivhaus-Institut in Darmstadt als wärmebrückenarmes und für Passivhäuser geeignetes Element zertifiziert. Er garantiert gegen­über herkömmlichen Isokorb-Typen mit einer Dämmkörperdicke von 80 Millimeter einen um rund 30 Prozent verbesserten Wärmeschutz sowie einen um bis zu 50 Prozent erhöhten Trittschallschutz. Diese Eigenschaften tragen beim Sevogelpark entscheidend zum hohen Energiestandard bei: Nach Fertigstellung sind die Gebäude die ersten Schweizer Hochhäuser mit zertifiziertem Minergie-P-Standard.

Der Sevogelpark ist ein rund 7.000 Quadratmeter grosses Grünareal an der Sevogelstrasse in Basel. Nach den Rahmenbedingungen eines 2007 verabschiedeten Bebau­ungsplans werden auf dem Gelände bis Sommer 2010 zwei mehrgeschossige Gebäude mit 65 hochwertig ausgestatteten Eigentumswohnungen errichtet. Ein sechsge­schossiges Hochhaus entsteht an der Sevogelstrasse, während ein neungeschossiges Gebäude versetzt dazu im Grünraum erstellt wird.

Erstes Schweizer Hochhaus mit Minergie-P-Standard

Nach Fertigstellung sind die Gebäude die ersten Schweizer Hochhäuser mit zertifiziertem Minergie-P-Standard. Die sogenannte „Sevogelpark-Wohnoase“ wird mit einem Fünftel des Energiebedarfs eines konventionellen Neubaus auskommen.

Der entsprechend geforderte hohe bauliche Wärmeschutz setzt zwangsläufig eine Minimierung von Wärmebrücken im Anschluss­bereich von Bauteilen voraus. Die Wärmebrücke „Balkon“ kann dabei den Wärmeschutz des Gebäudes wie eine Kühlrippe negativ beeinflussen. Die Bauteilexperten von Schöck haben im Zuge permanent verschärfter Energiespar-Standards auf die wach­sende Nachfrage nach hochwärmedämmenden Anschluss­elementen reagiert und ihren praxisbe­währten Isokorb für beson­ders hohe Wärmeschutz-An­sprüche weiterentwickelt. Seit November 2008 befindet sich nun der Isokorb® XT auf dem Schweizer Markt. Diese neue Generation erreicht ihre geprüfte hochwärmedämmende Eigenschaft vorrangig durch den Einsatz innovativer Materialien (Neopor, HTE-Druckmodule, Edelstahl) sowie einer vergrösserten Dämmkörperdicke. Statt 80 Millimeter wird ein 120 Millimeter dicker Dämmkörper aus Neopor verwendet. Damit passt sich der Schöck Isokorb® XT an die steigende Dämmstoffdicke der Fassade an. Neopor (ʎ=0,032 W/mK) absorbiert gegenüber herkömmlichen Polystrol die Wärmestrahlung innerhalb des Dämmkörpers noch besser und gewährleistet so eine zusätzliche Wärmedämmung. Desweiteren wurden die bereits hochwärmedämmenden HTE-Druckmodule nochmals optimiert. HTE steht dabei für „Hoch-Therm-Effizient“. Der eingesetzte mikrofaserbewehrte Hochleistungs­feinbeton bedingt eine besonders gute thermische Eigenschaft. Zudem kommt beim neuen Schöck Isokorb® XT ein hochwertiger Edelstahl mit verbesserter Zugfestigkeit zum Einsatz. Das erlaubt bei gleicher Tragfähigkeit einen reduzierten Stabdurchmesser und somit auch eine Verringerung der wärmeleitenden Querschnittsfläche. Als wärmebrückenarme Konstruktion eignet sich der Schöck Isokorb® XT für den Bau nach höchsten Wärmeschutz-Anforderungen.

Hoher Trittschall- und Brandschutz inklusive

Ein wesentlicher Massstab für hohen Wohnkomfort ist ein garantierter hoher Trittschallschutz für den Wohn- und Schlafbereich. Die vom Investor geforderte und durch ge­eignete Anschlusselemente zu erzielende Trittschallpegeldifferenz (≥ 5 Dezibel) zum Balkon stellt der neue Isokorb problemlos sicher. Je nach Korbtyp erreicht er laut einer Überprüfung durch die deutsche Hochschule für Technik in Stuttgart Trittschallminderungen von 9 bis 15 Dezibel gegenüber durchbetonierten Anschlüssen. Gründe für die durchschnittliche Trittschallschutz-Verbesserung von rund 50 Prozent im Vergleich zum herkömmlichen Schöck Isokorb sind – neben Verwendung schalldämmender Materialien – die Optimierung des Bewehrungs­querschnitts und eine geringere Neigung der Bewehrungsstäbe. Der Isokorb® erfüllt damit die er­höhten Trittschallschutz-Vorgaben der Schallschutznorm SIA 181 von 2006. Zudem ist er in der für die Sevogelpark-Wohnoase geforderten Feuerwiderstandsklasse liefer­bar: Für Betonanschlüsse sind alle neuen Schöck Isokorb®-Typen vom VKF (Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen) auf Brandschutz geprüft und in die Feuerwiderstandsklasse R 90 eingestuft worden. „Aufgrund der Prüfberichte mit den bestätigten niedrigen Wärme­durchgangs­koeffizienten und hohen Trittschallschutz-Werten entschieden wir als ausführendes Unternehmen – in Abstimmung mit dem Statikbüro und dem Bauphysiker – statt der ausgeschriebenen speziellen Schallschutz-Lösung, die deutlich einfacher einzubauende Isokorb-Variante einzusetzen“, erklärt Bauführer Markus Stauffenegger von der Wenk AG.

Optimierte Typ- und Positionsfestlegung

Die Festlegung der Isokorb®-Typen und ihrer exakten Position zwischen Balkon- und Deckenplatte erfolgte nach Optimierungs­aspekten durch Berechnungen der zuständigen Ingenieure des Herstellers. Es kommen angesichts der abgestützten Balkone vor allem Isokörbe vom Typ QXT 40 mit Höhen zwischen 150 und 280 Millimetern und der Feuerwiderstandsklasse F 90 nach VKF-Brandschutz-Zulassung (No Z 18504) zum Einsatz, die die auftretende Querkraftbelastung von rund 50 kN/m sicher abtragen. Bei Balkon-Abmessungen von rund 6 mal 2,5 Metern sind drei oder vier Isokörbe (Korblänge 0,5 oder 1 Meter) pro Balkon­anschluss ausreichend. Da durch den Korbtyp QXT nur Querkräfte übertragen werden können, ist für die Ermittlung der Bewehrung der anschliessenden Decken- und Balkonplatten eine freie Auflagerung anzunehmen. Der Isokorb®-Typ QXT 40 gewährleistet nach den Wärmebrücken­berechnungen des Planers einen minimierten Wärmeverlust der Anschlusselemente von nur 0,13 W/mK, der massgeblich zum baulichen Wärmeschutz beiträgt.

Zügiger und geprüfter Isokorb-Einbau

Beim Einbau ist unter anderem der Höhenversatz zwischen Decken und Balkonen auszugleichen. Die obere und untere Bewehrung der anschliessenden Balkon- und Deckenplatten wird unter Berücksichtigung der erforderlichen Betondeckung möglichst dicht an die Elemente herangeführt. Die zwischen beziehungsweise seitlich an den neuen Isokörben angeordneten Schöck-F90-Dämmelemente haben keine lastabtragende Funktion und werden direkt auf der Baustelle zugeschnitten. „Die Isokörbe sind leicht zu handhaben. Inklusive Nebenarbeiten – wie zum Beispiel die Anschlussarmierung – beträgt die Einbauzeit pro Isokorb im Durchschnitt circa zehn Minuten“, so Stauffenegger.

Anschliessend dokumentiert der Bauphysiker bei der Abnahme per Prüfprotokoll angesichts der hohen Ansprüche an die bau­physikalische Qualität jede eingebaute Decke inklusive Bewehrung und Balkon-Anschlusselemente sorgfältig in ihrer Ausführungsgüte. Bis Ende Januar 2010 sollen der Rohbau und damit auch die Montage der insgesamt 195 Isokörbe abgeschlossen sein.

Autor: Dipl.-Ing. Hans-Gerd Heye

Bautafel:

Bauherr: Construba AG, Lange Gasse 47, 4052 Basel

Entwurf, Planung und Vertrieb: Carabelli Architekten AG, Lange Gasse 47, 4010 Basel

Statik: Dill und Partner AG, Hohlegasse 4, 4104 Oberwil

Bauphysik: Gartenmann Engineering AG, St. Jakobs-Strasse 54, 4052 Basel

Bauausführung: Wenk AG Hoch- und Tiefbau, Schnecklerenstrasse 22, 4414 Füllinsdorf

Hersteller und Berechnung Isokörbe: Schöck Bauteile AG, Neumattstrasse 30, 5000 Aarau

Einbau der Isokörbe: Ende Mai 2009 bis Januar 2010