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SIA 181 - Bauaufsichtliche Anforderungen

Die im Juni 2006 in Kraft getretene Schallschutznorm SIA 181:2006 „Schallschutz im Hochbau“ enthält Anforderungen an den Schallschutz, um „eine Mehrheit der Benutzer bei üblicher Nutzung vor erheblicher Störung zu schützen“. Die SIA Norm gilt für den baulichen Schallschutz gegenüber externen und internen Lärmquellen, sowie deren abgestrahlten Körperschall zu Nutzungseinheiten. Sie gilt für Neu- und Umbauten, sowie bei Umnutzungen und bauakustisch relevanten Nutzungsänderungen.

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Die SIA 181 ist wie folgt im Lärmschutzverordnung (LSV) verankert: LSV Abs.1 Art. 32: „Der Schallschutz hat bei Neubauten und bei Umbauten den anerkannten Regeln der Baukunde, insbesondere den Mindestanforderungen nach Norm SIA 181, zu entsprechen“.

Die Anforderungen an den Schallschutz gegen Aussen- und Innenlärm müssen jeweils festgelegt werden. Die entsprechenden Entscheidungen sind rechtzeitig zu treffen. Die SIA Norm sieht vor, dass die entsprechenden Anforderungsstufe (Mindestanforderung, erhöhte Anforderung oder spezielle Anforderung) vertraglich zwischen den Vertragspartner festzulegen ist.

Der vom Planer geschuldete Schallschutz ist der werkvertraglich zwischen Bauherr und Planer vereinbarte Schallschutz. Bei der Vereinbarung dieses privatrechtlichen Schallschutzes darf der rechtliche Mindeststandard nicht unterschritten werden. Damit müssen die Mindestanforderungen der SIA 181 in jedem Fall einzuhalten. Sie können nicht durch privatrechtliche Vereinbarungen unterschritten werden.

Schallschutzanforderungen der SIA 181

Anforderungen oder andere Angaben in einer Norm haben zunächst keinen Rechtscharakter, sondern sind lediglich technische Regelungen zu dem in der Norm beschriebenen Thema. Da die Lärmschutzverordnung (LSV) allerdings die SIA 181 als verbindlich erklärt, sind die Mindestanforderungen rechtlich bindend. Damit hat die SIA 181 rechtlichen Charakter.

Für bauakustisch relevante Umbauten, Umnutzungen und Nutzungsänderungen gelten ebenfalls die Anforderungen der SIA 181. Beispiele für bauakustisch relevante Umbauten werden von der Norm wie folgt beschrieben:

  • Fensterersatz oder neue Verglasung
  • Bodenbelagsersatz (z.B. Parkett oder Stein statt Teppich)
  • Neue haustechnische Anlage
  • Ersatz von Sanitärinstallationen

Im Falle der Verhältnismassigkeit (Statik, Denkmalschutz, technische und betriebliche Machbarkeit, wirtschaftliche Tragbarkeit) können im Einzelfall abweichende Regelungen zwischen den Beteiligten und ggf. mit den Vollzugsbehörden getroffen werden (Kapitel 0.1.1.. SIA 181).

Die anerkannten Regeln der Baukunde

Anerkannte Regeln der Baukunde sind Bauregeln, welche sich in der Wissenschaft als theoretisch richtig erwiesen haben, in der Praxis angewendet werden und allgemein anerkannt sind.

Anerkannte Regeln der Baukunde können mit technischen Normen (z.B. SIA-Normen, Richtlinien etc.) zumindest teilweise übereinstimmend sein, müs­sen es aber nicht. Es kann durchaus sein, dass die technischen Normen hinter den Regeln der Baukunde zurückbleiben oder umgekehrt, dass Teile einer technischen Norm über die anerkannten Regeln der Baukunde hinausgehen.

Es gibt keinen Katalog mit dessen Hilfe man die Anforderungen der anerkannten Regeln der Baukunde für ein bestimmtes Thema konkret nachschla­gen kann. Oft werden die Anforderungen aus den anerkannten Regeln der Baukunde nur mit Hilfe eines sachverständigen Gutachtens im Zuge einer juristi­schen Auseinandersetzung im Streitfall ermittelt.

Die anerkannten Regeln der Baukunde sind Bestandteil der Lärmschutzverordnung und der entsprechenden SIA-Norm und werden in Abs. 1 Art. 32 LSV beschrieben (s.o.)

Es gibt eine Vielzahl von Hilfestellungen, welche das Beurteilen einer schalltechnischen Situation oder Lärmproblematik erleichtern können:

Die SIA 181:2006 „Schallschutz im Hochbau“ formuliert das Nichterfüllen der Anforderungen insoweit, dass die Anforderungen an den Schallschutz auf mögliche Projektierungs- und Ausführungsfehler bzw. Abnützungs- oder Alterungserscheinungen von Materialien, Bauteilen oder haustechnischen Anlagen bzw. von Fenstern, Einrichtungen im Gebäude zurückgeführt werden kann.

Bereits in der Projektierungsphase muss für die bauakustische Auslegung von Bauteilen, haustechnischen Anlagen und festen Einrichtungen im Gebäude eine ausreichende Projektierungstoleranz vorgesehen werden.

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Dipl.-Ing. Atitlan Diego Hartmann

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