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Tauwasserausfall

Tauwasserausfall (umgangssprachlich: Kondenswasserbildung) bezeichnet die Kondensation von Feuchtigkeit an kühlen Oberflächen. Bei sinkender Temperatur nimmt das Aufnahmevermögen von Wasserdampf in der Luft ab. Wird die maximale Wasserdampfsättigung erreicht, bildet sich die Feuchtigkeit in der Luft in flüssiger Form an der kalten Oberfläche aus: Tauwasser "fällt aus", siehe Abbildung 8. Die Grenztemperatur ab der diese Situation eintritt, wird als Taupunkttemperatur bezeichnet.

Die Taupunkttemperatur hängt von der Raumlufttemperatur und vom Luftdruck ab. Sie steht in Zusammenhang mit der Raumluftfeuchte (siehe Abbildung 10). Je höher die relative Feuchtigkeit im Raum und je höher die Raumlufttemperatur, desto höher ist die Taupunkttemperatur, d. h. desto eher bildet sich an kälteren Oberflächen Tauwasser.

Das übliche Raumluftklima in Innenräumen liegt im Mittel bei ca. 21 °C und bei ca. 45% relativer Raumluftfeuchte im Winter. Das ergibt eine Taupunkttemperatur von 8,6 °C. In stärker feuchtebelasteten Räumen, wie z. B. im Bad, werden auch höhere Feuchten von 60% und mehr erreicht. Entsprechend höher liegt die Taupunkttemperatur und das Risiko von Tauwasserbildung nimmt zu. So beträgt die Taupunkttemperatur bei einer Raumluftfeuchte von 60% bereits 12,9 °C. An der Steilheit der Kurve in Abbildung 9 erkennt man sehr gut diese sensible Abhängigkeit der Taupunkttemperatur von der Raumluftfeuchte: Bereits kleine Erhöhungen der Raumluftfeuchte führen zu einer wesentlichen Erhöhung der Taupunkttemperatur der Raumluft. Dies hat eine deutliche Erhöhung des Risikos von Tauwasserausfall an den kalten Bauteiloberflächen zur Folge.

Beispiele: Ein Schrank an einer Aussenwand; die Luftfeuchte zwischen Wand und Schrank kann sich absetzen, da die Luftzirkulationen hier in der Regel unzureichend ist. Der Luftzwischenraum wirkt wie ein Puffer. Die Lufttemperatur ist hier niedriger als im Raum, sodass die Luftfeuchte hier konstant hoch ist. Dadurch kommt es in solchen Bereichen vermehrt zur Schimmelpilzbildung. Ähnlich kann es sich mit Vorhängen verhalten hinter denen im Fensterbereich Tauwasser ausfallen kann.

Tauwasser im Bauteilinneren

Soll ein Bauteil aus feuchtetechnischer Sicht beurteilt werden, so ist dies mit dem Glaser-Verfahren möglich. Dabei kann die theoretische Feuchteanreicherung bzw. Tauwasserausfall ermittelt werden. Zudem kann auch die zu erwartende Tauwassermenge in der Feuchteperiode und das Austrocknungspotential in der Trocknungsperiode ermittelt werden. Rahmenbedingungen und Anwendungsgrenzen: Das Glaser-Verfahren betrachtet nur stationäre Zustände für die Feuchte- und die Trocknungsperiode. So wird beispielsweise der Einfluss der Feuchte auf die Wärmeleitfähigkeit nicht berücksichtigt, die Analyse bezieht sich nur auf die Betrachtung der Grenzflächen zwischen den Baustoffen.

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Bauphysik
Bauphysik-Handbuch - Grundlagen des Wärme- und Feuchteschutzes
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